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    Fragen über Fragen zu einer umfangreichen Sportart

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    Gastzugang

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    Fragen über Fragen zu einer umfangreichen Sportart

    Beitrag  Gastzugang am Fr 11 Aug 2017 - 17:35

    Hallo Forum,

    ich bin Berthold und habe mich schon etwas in diese Sportart eingelesen. Genauer, von meinen vielleicht 100 Fragen wurden mir viele durch euer Forum, durch euer Sport-Magazin und durch die CD-ROM, die bei meinen Cross-Skates dabei lag (vielen Dank noch mal!) beantwortet.
    Ich bin zwar erst 150 bis 160 km mit meinen Cross-Skates geskatet, aber weiß jetzt schon, dass das MEIN Sport wird und ich habe in den letzten 45 Jahren etwa 60 Sportarten näher kennengelernt.
    Was mir noch nicht so ganz klar ist, wie man Cross-Skating Wege findet. Gibt es da ein Verzeichnis? Oder gibt es Standards, wie Schweregrade, damit man als Anfänger nicht gleich auf gefährliche Abwege gerät?
    Wie schätze ich ein, wann ich technische Einweisung brauche? Bisher fühlt es sich an, als käme ich autodidaktisch ganz gut klar, es funktioniert wirklich alles, wie in den Beschreibunge nachzulesen ist.
    Wie ist das mit dem Training? Wie viel muss man, wie viel darf man und vor allem, wie gestalte ich qualtitativ und qualitativ die Inhalte?
    Gibt es Untersuchungen über den Einsatz in der REHA? Als Mediziner sehe ich da ein gewisses Potenzial und würde die Bewegungsform den mir bekannten Physis gern empfehlen. Ich sehe da nur das Problem, dass man den Sport eigentlich selbst gemacht haben muss und besser ständig aktiv ausüben sollte, um seine Stärken vermitteln zu können. Gibt es da Fachweiterbildungen?
    Über ein paar Anworten auf meine Fragen würde ich mich sehr freuen.

    Euer Berthold K.
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    Frank Röder

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    Re: Fragen über Fragen zu einer umfangreichen Sportart

    Beitrag  Frank Röder am Fr 11 Aug 2017 - 18:48

    Hallo Berthold,

    da du dich schon informiert hast und deine Fragen nicht die typischen Anfänger-Fangfragen (deswegen Anfänger) sind, rechne ich das schon zu den Fortgeschritten-Fragen, auch wenn du dich vielleicht noch nicht dazu zählst. Aber nur mit theoretischer Anleitung schon so früh mit gutem Gefühl cross-skaten zu können, spricht ja auch schon für sich.
    Also...
    Schwiergkeitsgrade: Ja die gibt es. Man kann sie aber nie einer bestimmten Strecke fest zuordnen. Es hängt viel vom Wetter und von der Jahreziet ab. Es gibt eigentlich einen technischen Schwierigkeitsgrad und einen sportlichen Schweregrad, da beide Faktoren ein KO-Kriterium sein können. Seit 2007 wurden zunächst 6 technische Schwierigskeitgrade definiert, 2012 kam ein siebter dazu. Im Schnellverfahren nur in 3 Schwierigkeitgrade "zertifizierte" Strecken sind Augenwischei und viel zu platt dem Skisport abgekupfert.
    0 = Straße von guter Qualiät
    0,5 bis 1 = Straße von schlechter Qualität
    1 = technisch leichter Feinschotterweg
    1,5 bis 2,5 = Straße von katastrophaler Qualität
    1,5 bis 3 = scheinbar leichte bis mittelschwere Feld und Waldwege, die aber nach mehreren Minuten als mitteschwer bis schwer empfunden werden.
    Anmerkung: Schwerer als 3,0 dürfte kaum jemand auf Dauer druchhalten. Auch für Fortgeschritten hört jenseits davon der "Spaß" auf.
    4 = schwere Cross-Wege die fortgeschritten Cross-Skating Technik und Erfahrung für die Krafteinteilung erfordern. Für wenige Meter aber oft möglich sich "durchzubeißen".
    5 = ursprünglich Grenze des Fahrbaren
    6 = neuer Schwierigkeitsgrad, der 2012 hinzugenommen wurde, seit sich breite 8-Zoll Bereifung durchsetzt, die ein etwas erweitertes Einsatzgebiet ermöglicht.

    Die Schwierigkeitsgrade beziehen sich auf die Skating-Technik - so lange sich die Räder noch permanent vorwärts drehen, gilt es noch als Skating - kein "Pseudo-Klassik-Stil" oder Steigschritt, bei dem man teilweise schon geht. Achtung, wer eine Rücklaufsperre hat und sie kurzfristig zum "Anschieben" nutzt, fällt damit praktisch aus der Bewertung der Schwierigkeitgrade raus, denn gehen kann man alles. Bergbezwingungen im "Cross-Skating-Stil" gelten nur durchgeskatet.
    Cross-Rennen sollte man maximal auf Schwierigkeitsgrad 2 austragen, weil man unter Maximalbelastung am Ende alles nochmals rund 2 Schwierigkeitgrade schwerer empfindet.
    Zwischen 2007 und 2012 habe ich interessierten Cross-Skatern in Workshops typische Wegen gezeigt, damit man die Schwierigkeitsgrade einschätzen kann, das Interesse war aber relativ gering. Schön, dass du das Thema wieder aufgreifst. Als die bekannteste Cross-Skating Strecke der Szene kann man sicher die Runde des "Laufs gegen das Vergessen" aufführen. Während die Runde bei trockenem Wetter und griffigem Schotter (also auch nicht zu trocken) einen durchschnittlichen Schwierigkeitsgard zwischen 1 und 1,2 aufweist, muss man sie bei Nässe mit etwa 2,0 einstufen, was aber das Tempo schon um fast 10 % drückt.

    Verzeichnis der Cross-Skating Strecken:
    Schau mal unter[url= www.outdoor-ist-in.de] www.outdoor-ist-in.de[/url], dort soll eine Tourensammlung entstehen. Die Tourenablage hier im Forum war eigentlich als Provisorium gedacht, aber wird wohl ganz rege genutzt (wenn man schon reinschaut, schreibt man halt seine Tour rein).
    Für sein Revier sollte man sich seine eigene Karte anfertigen. Meine Karte hängt im Cross-Skate-Shop aus und sie wird von Besuchern ganz gern fotografiert. Sie zeigt aber nur Wege bis etwa Schwierigkeitsgrad 3 rund 20 km um Groß-Gerau, die Cross-Skating Welt ist natürlich viel größer. Immerhin habe ich darauf mehr als 500 km Wege verzeichnet.

    Cross-Skating als ReHa und Physio:
    Ja, da hat der Sport ein riesiges Potenzial. Ich habe selbst schon Fachweiterbildungen für Sportlehrer, Mediziner und Physiotherapeuten für Cross-Skating gegeben, das fand ich auch sehr interessant und es kam gut an. Ich kann aber nicht unbedingt zuraten "irgendwelche" Ausbildungsveranstaltungen zu besuchen, weil es immer noch keine wirklich qualifizierten Ausbildungen gibt, selbst wenn lusitg mit "Zertifikaten" dafür geworben wird. Man frage sich mal, warum ausgerechnet cross-skating-ferne Skiläufer völlig sportferne Anfänger an einem Wochenende zum Fachmann für Cross-Skating ausbilden können, die dann auch ab sofort qualifizierten Unterricht geben können (sollen). Ich kenne sogar Leute, die vor Aktionismus nur so strotzten und sich in der Szene teuer verkaufen, die aber bei den einfachsten Bewegungsgrundlagen als "Grobmotoriker" auffallen. Lass uns einmal persönlich über den therapeutischen Wert des Cross-Skatings reden, da würde ich auch gern selbst viel von dir lernen und deine Ansprüche erfahren.

    Wie viel Training ist nötig, wie viel ist zu viel?
    Auf dieser Frage gehe ich in einem der nächsten Artikel im Cross-Skating Magazin ein. Auch da haben sich meine Erkenntnisse in über 12 Jahren Cross-Skating sehr fließend verändert und beim Cross-Skating ist vieles "anders", aber oft im positiven Sinne. Auf alle Fälle ist die Belastung schonend und die Regenration superschnell.

    Schön, dass du so begeistert in unserem Sport Fuß gefasst hast. Ich hoffe dir bald wieder zu begegnen und auf einen regen Austausch. Die Szene braucht mehr so qualifizierte Leute wie dich!

    Frank


    _________________
    Der Cross-Skate-SHOP  |  Cross-Skating.de - das Cross-Skating MAGAZIN  |  Der Cross-Skating VIDEO-Kanal
    54.000 km Cross-Skating seit 2005. 26 Cross-Skates in 13 Jahren: u.a. Trailskate, 13 Skikes, Powerslide "Rockskate 2"-Umbau. Aktuell: SRB XRS06 Umbau; "Rockskate 3" SRB XRS07-Umbau auf 7-Zoll-Reifen; "Rockskate 4" SRB XRS02-Umbau auf 7-Zoll-Reifen. Meine Stöcke: "Tour" aus Modular-Karbon in Sondergröße 188,5 cm / "Renn+Trainings-Stock" KV+ Tornado Sondergröße 185 cm / "Berg-Stock"  KV+ CH-1 Sondergröße 179,5 cm. Biometrie: 185 cm, ~72 kg, ~7,5 % Körperfett.
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    Gastzugang

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    Re: Fragen über Fragen zu einer umfangreichen Sportart

    Beitrag  Gastzugang am Fr 11 Aug 2017 - 19:00

    Hallo Frank,

    Danke für deine detaillierte und sehr gute Antwort!
    Mir hat auch sehr geholfen den Sport als eigene Sportart zu betrachten. Ich bin Skiläufer, alle Arten von Skilauf, und man sollte das wirklich nicht verwechseln. Cross-Skating ist vielseitiger, anspruchsvoller und trotzdem leichter zu lernen und ganz bestimmt kein "Sommerskilauf". Natürlich auch kein "Skiken", das finde ich so ziemlich den misslungensten Versuch von Productplacement. Solche Heiligsprechungen von Markennamen führen regelmäßig dazu, eine Bewegung auszubremsen, denn wer das Gebet der heiligen Marke nicht richtig aufsagt, gilt ja als "abtrünnig". In der Geschichte, waren es aber fast immer die Abtrünnigen, die Impulse für Entwicklungen gegeben haben. Das Gebet habe ich schon an mehreren Stellen hören oder lesen können: "Skiken setzt sich zusammen aus Ski und Bike und ist eine Mischung aus beidem". So? Das ist Cross-Skating aber ganz offensichtlich nicht, so habe ich das schon verstanden, bevor ich nur den ersten Meter auf Cross-Skates absolviert hatte. Mir gefällt, dass ihr bekennende CROSS-SKATER seid (ohne "Nordic-"). Bin ich voll dabei!
    Auf gute Zusammenarbeit!

    Berthold
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    Gerald

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    Re: Fragen über Fragen zu einer umfangreichen Sportart

    Beitrag  Gerald am Mo 14 Aug 2017 - 8:35

    Hallo Berthold,

    das mit den Strecken und Wege finden ging und geht mir genauso. Vor allem auf neuen unbekannten Wegen wird es zum Teil schwer. Im Wesentlichen orientiere ich mich an Fahrradkarten im Netz und auf Touren berichte ich dann über die Strecken und teile mein subjektives Empfinden mit.

    Meine besten Erfahrungen habe ich dabei mit Themenrouten gemacht. Die sind meist gut beschildert und fern von Straßen mit öffentlichem Verkehr. Wie schwer der Weg dann empfunden wird hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Oberfläche, Wetter, Technik usw.

    Das muss man für sich selbst erfahren. Wege die in der Anfangszeit als schwer empfunden habe, sind jetzt locker zu fahren. Ebenso verhält es sich bei Anstiegen. Übung macht eben doch den Meister (Ja da zahl ich was für ins Phrasenschwein).

    Um Anderen Cross-Skatern „Appetit“ zu machen, stelle ich daher meine Erfahrungen in Form von Tourenberichten ins Netz bzw. ins Cross-Skating Magazin.

    Viel Spaß beim Training und rollern wünscht
    Gerald

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    Re: Fragen über Fragen zu einer umfangreichen Sportart

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