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    Wie hoch soll der Puls beim Schießen / Zielen sein?

    Frank Röder
    Frank Röder

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    Wie hoch soll der Puls beim Schießen / Zielen sein? Empty Wie hoch soll der Puls beim Schießen / Zielen sein?

    Beitrag  Frank Röder So 24 Apr 2011 - 22:26

    Dafür gibt es keine generelle Empfehlung, jetzt eine feste Zahl zu nennen, wäre schon eine falsche Auskunft. Aber der Puls sollte etwas niedriger sein als unter der vorherigen Belastung. Dies hat beim Modernen Biathlon allerdings fast gar nicht mit dem Puls an sich zu tun, sondern mehr damit, dass man sich auf das Zielen konzetriert und die Belastung etwas heraus nimmte, damit man nicht gerade mit zitternden das Lasergewehr anlegt. Wir zielen beim Modernen Biathlon im Vergleich zum Profi-Biathlon auf geradezu "riesige" Ziele und müssen uns daher schon aus diesem Grund, nicht an dieser (im Detail) deutlich anderen Sportart orientieren. Dazu kommt, dass wir mit unseren Hobbysportler-Hervolumina zwischen 750 und 1100 ccm (Männer / 550 bis 950 ccm (Frauen) deutlich kleinere Herzen haben als Biathlonprofis mit 1300 bis 1700 ccm (Männer) / 900 bis 1200 ccm (Frauen) und damit der Störimpuls (das Wackeln) beim Zielen zusätzlich nochmals deutlich geringer ausfällt als bei den Profis. Dazu kommt der fettarme Körperbau der Profis (6 bis 12 %) der Schwingungen des Herzens deutlich direkter nach außen überträgt als bei uns etwas "fetthaltigeren" Freizeitsportlern mit eine Körperfettgehalt von oft 15 bis 25 %. Die Ausschläge beim Zielen betragen beim Modernen Biathlon nur ein Drittel bis ein Fünftel dessen, was sie im Profi-Biathlonsport ausmachen, wir können diesen Faktor und jegleiche Fachsimpelei über den "richtigen" Puls beim Modernen Biathlon glatt vernachlässigen, ganz besonders, wenn beim liegenden Anschlag (bei den man sonst sogar auf dem Herzen liegt) noch nicht einmla die Trefferfläche verkleinert.
    Allerdings werden gerade durch die Berichterstattung über Biathlon in den Medien, häufig falsche Schlüsse gezogen, die dann in sehr deutlich in sehr formelhafte Standardaussagen einfließen, die sogar von Trainern zitiert werden. Ja, der unreflektierte Drang zum Imitieren ist auch bei Trainern extrem groß. Bevor man etwas, mangels eigener anderer Erfahrung, anders macht, imitiert man lieber, auch wenn ebenso falsch sein mag, dies unter ganz anderen Bdingungen anzuwenden.
    Vielleicht auch nur aus Gründen des Allgemeinverständnisses und um das Prinzip für den passiven Zuschauer zu verdeutlichen. Aber spätestens, wenn man aktiv den Modernen Biathlon betreibt, spürt man gewisse Unterschiede und will es genauer wissen.
    Die Aussage, "Puls runter, aber nicht zu tief", ist so schematisch wie sie klingt, im Modernen Biathlon kaum anwendbar. Konkreter...
    a) Es wird ausgesagt, was sogar bei Profis in der Sportart Biathlon stimmen mag, dass man bei zu hohem Puls nicht stillhalten kann, weil man zittert. Generell kann ein Biathlet, wenn er eine gute Tagesform hat, mit sehr hohem Puls an die Schießbahn gehen und eine gute Trefferquote erzielen. Pulswerte von 190 beim Schießen wurden mir bereits 2008 von Biathlon-Proif bestätigt, was damals aber noch nicht "erlaubt" war öffentlich zu sagen, weil es das damalige "Lehrschema" untergraben hätte. Doch die Tendenz auch Profis durch den Trainer zu "erlauben" auch mit sehr hohem Puls zu schießen, dürfte sich auch in "Traditionssport Biathlon" durchsetzen.
    Das störende Zittern beim Zielen kommt vorrangig von jeder Form der Verausgabung (Profis und Hobbysportler) oder Formschwäche (vor allem Hobbysportler), aber nicht oder sehr selten von hohem Puls. Im Modernen Biathlon jedenfalls nicht nachweislich von hohen Puls. Der Puls gibt nur eine Aussage, dass eine höhere Belastung stattfindet. Hoher Puls und hohe Belastung treten zwar gleichzeitig auf, stehen aber nicht in direktem Zusammenhang mit der Trefferquote. Wir konnten zwische 2005 und 2007 in mehr als Messungen, bei denen mit Pulswerten zwischen 130 und 190 gezielt wurde, keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen niedrigem bis mittlerem Puls und verbesserter Trefferquote feststellen!
    In der Praxis konnten wir sogar bei weniger routinierten Ausdauersportlern beim Modernen Biathlon, eher gute Trefferquoten mit hohem Puls feststellen. Das Probelm sind grundsätzlich Muskelzittern, starkes Schwitzen (schlechter Halt des Lasergewehrs), Konzentrationsprobleme und Koordinationsverlust im Abzugsfinger, doch das alles kann man auch unter hoher Belastung trainieren. Bei hoher Belastung ist es auch schwieriger eine angemessene Atemtechnik einzusetzen, was generell für die bereits zuvor erwähnte leichte (!) Tempoverminderung vor dem Zielen spricht.
    b) Fällt der Puls zu niedrig ab, "hämmert" der Puls härter und verschlechtert so das Trefferergebnis. Das ist Tatsache und spürbar, aber das mag bei Profis Bedeutung haben, denn sie haben Herzvolumina von ca 1,0 Liter (Frauen) bzw ca. 1,4 Litern (Männer). Wenn bei schlechter Trainierten der Puls absinkt, wird der Puls längst nicht so "hart" wie bei Profis, denn der dafür verantwortliche Rechtschenkelblock im EKG (eine Art "Ruhephase" zwischen den Pulsschlägen, für mehr Details Kardiologen um Erklärung fragen) fällt bei schlechter Trainierten schwächer aus, sofern sie überhaupt einen aufweisen. Der "Ausschlag" durch die Erschütterungen des Pulses ist auch dadurch deutlich geringer und wird durch alle anderen Faktoren deutlich überlagert. Außerdem sind die Ziele beim Modernen Biathlon eben relativ größer, so dass diese Schwankungen auch noch in einem größeren Ziel stattfinden und sich all diese Faktoren multiplizieren.

    Schlussfolgerungen:
    1) Beim Modernen Biathlon beginnt man am Besten zu zielen mit einem Puls der 5 bis maximal 15 Schläge unter dem Belastungspuls liegt. Mehr Pulsabsenkung muss nicht sein. Das darf aber nicht zum festen Schema werden. Wichtig sind eigene Versuche, am unter Kontrolle eines Trainers der über sportmedizinisches Grundwissen verfügt oder eines Sportmediziners
    2) Das "Hämmern" des Pulses durch stärkeres Absenken des Pulses (bei langer Zieldauer) ist in der Auswirkung so gering, dass es beim Modernen Biathlon vernachlässigt werden kann. Wer das im Wettkampf trotzdem als Störfaktor zu spüren glaubt, sollte zunächst andere Faktoren optimieren.
    3) Der optimale Pulsbereich zum Schießen /Zielen wird bei Profis oft zwischen 175 und 140 angegeben. Inoffizielle gitlt dies aber schon als überholt. Beim Modernen Biathlon habe ich bei Testpersonen und mir selbst keine Untergrenze festgestellt, so hart schlägt meine ca. 1-Liter-Pumpe auch nicht, aber ich erziele gleiche Trefferergebnisse mit Pulswerten zwischen 120 und 190 (im Wettkampf oft bei 5 Pulsschlägen unter Belastungspuls, was oft 185 ergibt). Das Festlegen eines optimalen Pulsbereichs stammt aus dem klassischen Winterbiathlon, ist aber durch die Praxis des Modernen Biathons eindeutig widerlegt!
    4) Zittern kommt von ermüderter Muskulatur und/oder schlechter Zieltechnik, sowie anderen sekundären Faktoren.
    5) Moderner Biathlon ähnelt zwar sehr dem klassischen Biathlon, ist aber in der Belastungssteuerung anders, genauer gesagt unkomplizierter.
    What a Face
    Frank

    Quelle: CD-ROM Cross-Skating Trainer, Frank Röder


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    Über 66.000 km Cross-Skating seit 2004. 28 Cross-Skates in mehr als 16 Jahren: u.a. Trailskate, 13 Skikes, Powerslide "Rockskate 2"-Umbau. Aktuell: SRB XRS06 Umbau; "Rockskate 3" SRB XRS07-Umbau auf 7-Zoll-Reifen; "Rockskate 4" SRB XRS02-Umbau auf 7-Zoll-Reifen; aktueller Lieblings-Cross-Skate: "X8.3"-Prototyp aus Voll-Karbon. Meine Stöcke: "Tour" aus Modular-Karbon in Sondergröße 188,5 cm / "Renn+Trainings-Stock" KV+ Tornado Sondergröße 185 cm / "Berg-Stock"  KV+ CH-1 Sondergröße 179,5 cm. Biometrie: 185 cm, ~72 kg, ~7,5 % Körperfett.
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