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    Top-Lehr-Video, aber offenbar nicht alles kapiert...

    Frank Röder
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    Beitrag  Frank Röder am Fr 30 Dez 2011 - 20:21

    Das muss ich leider so sagen.
    https://www.youtube.com/watch?v=BOwnnE_BGRY&feature=player_embedded
    Ich halte von diesem YouTube-Kanal eigentlich sehr viel, weil dort sont sehr vielseitig und eigentlich mit den richtigen Erklärungen die Ski(!)technik gezeigt wird. Auf diesem Video wird im ersten Abschnitt zunächst das Diagonal-Skating bergauf gezeigt. Danach wird der Skating-Schritt mit eronomisch korektem Armschwung in der Ebene gezeigt. Dieser zweite Abschnitt ist eine hervorragnede Veranschaulichung warum das Permanentschub-Skating funktioniert, sogar gut funktioniert, weil diese "natürliche" Armbewegung nahezu synchron zum Armeinsatz beim Permanetschub-Skating (oder kurz Permanentschub) stattfindet.

    Übrigens gibt es beim keinem Skating Stil den so genannten Passgang. Wenn ich den Begriff benutzte, dann nur für den Bewegungsrhythmus, den manche andere als Passgang bezeichnen. Passgang ist eigentlich eine synchrone oder paralle Bewegung der Extremitäen einer Körperseite und das ergäbe bei der seitlichen Bewegung der Beine durch eine ebenfalls seitlich-synchrone Armbewegung, so eine Art halbseitige Hampelmannbewegung, immer schön links und rechts im Wechsel. Bekannte Begriffe (falsch) zu verwenden nur damit es so aussieht, dass man mit der Lehrmeinung konform geht ist also recht platt und wenn es auffällt auch recht peinlich. Das wurde zwar nicht in dem Video gemacht, aber häufiger anderenorts. Weder Diagonal-Skating noch das so genannte Passgang-Skating noch das Permanentschub-Skating passen nämlich in jenes Fussgänger-Schema.

    Deswegen war ich auch etwas erschrocken als so eine Art "Passgang-Skating" oder vielleicht auch "Permanentschub-Skating" in diesem Video als "Fehler" gezeigt wurde. Der Skiläufer wendete diesen Stil sehr hölzern, unpräzise und unroutiniert an, woran man erkennen konnte, dass er diese Stilvariante womöglich aus Ablehung nie richtig eingeübt hat. Dann hätte er spüren können, dass er durchaus auch mit Skiern fahrbar ist. Allerdings technisch noch anspruchsvoller als auf Cross-Skates, die Klappbindung am Ski hat eben auch ihre Nachteile. Wenn man das Timing des Permanentschubes auf Skikern gut hinbekommt, geht es nämlich genauso ab, wie auf Cross-Skates. Aber eben auch anstrengender und technisch nicht gerade leicht. Man wird dann auch manchmal spontan in der Schnee fliegen. Permanentschub ist ein sensibler Stil der mit Skiern gerade bei wechselnder Schneequalität auch schlagartig "schief" gehen kann. Das dürfte der Grund sein, weswegen er im Endspurt oder bei Einzelwettkämpfen beim Skilanglauf nicht praktiziert/riskiert wird. Ich bin sicher, dass damit schon experimentiert wurde - vielleicht haben ihn manche Skitrainer noch "in der Schublade" für spätere Innovationsschübe. Dann wird er aber sicher (widersinnig) Passgang gennant werden. Aber der Skisport ist eben recht hartnäckig konservativ, so wie fast alle etablierten Sportarten, und wird so schnell nicht diesen Sprung machen, wenn sogar "Lehrikonen des Skisports" wie auf diesem Video, etwas als "Fehler" deklarieren, was eigentlich eine riesige Chance wäre - schade. Andererseits sieht man daran: Cross-Skating ist autonom und Cross-Skating ist vielseitiger als der Skilanglauf.


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    Beitrag  rodolfo am So 9 Jun 2013 - 6:08

    Hallo!
    Ja, in diesem Lehrvideo wird absichtlich eine Art Anfänger-Hampelmann-Modus inszeniert, der absichtlich etwas lächerlich und ineffizient aussehen soll. Der gleiche talentierte Lehrer demonstriert, was Anfänger falsch tun, indem er seinen Körper nicht der Steigung anpasst, also nicht genügend in Vorlage geht, eine Art Hampelmann-Schritt ensteht, der viel zu viel zur Seite (anstatt nach vorne) vom Kurs abdriftet. Obendrein werden die Stöcke fast senkrecht eingestochen (als wollte man verhindern seitlich umzufallen) und der Push nach hinten, was ja der Sinn des Stockschubes ist, wird fast völlig unterlassen. So wird versucht diese verfälschte Art des Permanent- oder Passgangskatings, laienhaft ausgeführt, dämlich aussehen zu lassen (was ja auch gelungen ist).

    Andererseits ist ja der Diagonal Stil gerade richtig und ökonomisch, wenn es bergauf geht, wie hier, wenn man kräftig mit allen Mitteln (Körpergewicht, Bein- und Armkraft) versucht den Schub konstant zu halten.
    Der Permanentschub ohne Steigung und richtig ausgeführt, wirkt aber nicht nur viel eleganter, sondern ist auch supereffizient und schnell, auch bei kleinen Steigungen. Wenn dann allerdings eine größere Steigung kommt, wird er aber gefühlt weniger ökonomisch. Da verfalle ich beim CSkaten langsam aber sicher in den hier gezeigten, richtig ausgeführten Diagonal Stil, oder kurzen 1:1 und ab und zu 1:2 mit Seitenwechsel, damit der Puls nicht auf die Terrasse steigt. Die Körperlage immer richtig nach vorne, der Steigung angepasst.
    Dieser allmähliche Übergang von Permanentschub zum Diagonal und wieder umgekehrt, wenn die Steigung aufhört erfolgt ganz natürlich. Es gibt auf Cross-Skates überhaupt keinen Konflikt mit der natürlichen Koordinierung der Arm-Bein-Gangweise des Menschen.

    Aber ich kann verstehen, dass es schwieriger für die LL-Fahrer sein mag. Skier sind viel länger, und man kann bei Schnee vielleicht nicht in so enger V-Stellung wie bei CS ökonomisch genug Schub erzeugen. Da muss man auch die Stöcke breiter aufsetzen und weiter hinten, was ein weiterer Schubverlust bedeutet, denn der Impuls kann so nicht genau nach hinten, in entgegengesetzte Fahrtrichtung erfolgen. Daher ziehen die LL-Fahrer wohl den 1:1 vor. Aber ich habe wenig LL-Erfahrung. Da kommen bestimmt noch zusätzliche Faktoren dazu.

    Aber dieses Fazit der Skifahrer bedeutet mitnichten, dass mit nur 50-60cm langen Skates der Permanentschub nicht eines der tollsten Stilvarianten ist. V.G,R.



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